- Dr.
Beat Richner, Kantha Bopha Children's
Hospitals
-
- Siem Reap
Angkor, 7. 2. 2004
-
-
- Herrn Kurt
Tonini
- Head of
Communication MSF Geneva
-
-
- Sehr geehrter
Herr Tonini,
-
- auf Ihrer
Homepage habe ich mit Interesse Ihre Stellungsnahme zu
einer kurzen, allerdings ernuechternden Passage im
Film MONEY OR BLOOD gelesen, betreffend des Distrikt
Spitals Sotnikum, in der Provinz Siem Reap, das, von
MSF, Unicef, dem Gesundheits Ministerium von
Kambodscha und der Gesundheitsdirektion der Provinz
Siem Reap betrieben, als Musterprojekt fuer das
kambodschanische GesundheitsMinisterium und die WHO
gilt. (Unter diesen Vertraegen ist dieses Projekt
bereits seit 4 1/2 Jahren im Gang, die MSF sind da
aber schon seit 1992 engagiert).
-
- Zum Film
moechte ich keine Stellung beziehen. Ob Herr Eric
Legendre der MSF in Sotnikum im Juli 2003 anders
gesprochen haette, wenn er gewusst haette, dass das
Film Team von Georges Gachot auch in Kantha Bopha und
auch in Genf bei der WHO und Unicef drehen wuerde,
bleibt ein Problem der MSF. Sie, Herr Tonini, sagen
nun in Ihrer Stellungsnahme aus Genf vom 2.2.2004,
-Sie selber waren noch nie in Kambodscha-, Positives
von MSF in Sotnikum, Positives ueber dieses Projekt,
sei in den kurzen Passagen im Film weggelassen
worden.
-
- Gestern war
ich selber im Distrikt Spital Sotnikum und im Health
Center Sotnikum, schaute mir die Dinge an, sprach mit
den kambodschanischen Aerzten , Apotheker und
Laboranten, die ich z.T. schon kannte, und auch mit
Herrn Eric Legendre. Ich werde Herrn Eric Legendre
unser Spital Kantha Bopha III (Jayavarman VII) in Siem
Reap naechsten Samstag (14. Februar 2004) zeigen. Ich
habe bereits ueber 40 Mitarbeitern der MSF unsere
Spitaeler gezeigt. Leider ist trotz Einladung niemand
der MSF an unseren Internationalen Postgraduate Course
in unserem Ausbildungs- und Konferenzzentrum in Angkor
im November 2003 gekommen, wo gezeigt wurde, wie ein
Spital ohne Korruption konzipiert und gefuehrt werden
kann. Ein Spital, wo der Arme nicht diskriminiert
wird, ein Spital, wo korrekte Medizin betrieben
wird.
-
- Nun, das
Positive ueber Sotnikum, das in den sehr kurzen
Passagen im Film weggelassen worden sei, konnte ich
leider nicht finden. Das Spital und das Health Center
in Sotnikum schockierte mich, im ernsthaftesten Sinne
des Wortes. Den vier Verlegungen von z.T. schweren
Faellen von Sotnikum in unser Jayavarman VII Spital
jeweils des Nachts, allein waehrend der vergangenen 72
Stunden, koennen vom professionellen, dem medizinisch
technischen, wie auch vom ethischen Standpunkt aus
(Diskrimination des Armen) leider auch nichts
Positives abgerungen werden. Nur das alarmierende
Gegenteil.
-
- Unsere
Zusammenarbeit im Moment mit den MSF in Kambodscha: In
unserem Labor in Siem Reap machen wir fuer die MSF
monatlich 120 "CD 4" BlutAnalysen (quantitativer HIV
Test zur Frage , ist die AIDS Krankheit im Gange,
spricht die Therapie an).
-
- Ihre
Stellungsnahme ist in sich selber nicht nur sehr
widerspruechlich, sie enthaelt auch falsche Angaben,
bezueglich der Medikamente, bezueglich des Labors (das
im Film offenbar geschlossen ist, gestern aber offen
war...aber erbaermlich leer ist. Allein ein solches
Labor, mit solch mangelhaft erbaermlicher Ausruestung
verunmoeglicht jede korrekte medizinische Behandlung).
Ich beobachte die Aktivitaeten der MSF in Kambodscha
seit 12 Jahren und kannte zahlreiche frustrierte
Mitarbeiter Ihrer Organisation, die Kambodscha wieder
verlassen haben, ihre Projekte in desastroesem Zustand
zuruecklassend. (Im Sinne der Nachaltigkeit von der
Sie sprechen?) So zum Beispiel die mehrjaehrigen
Engagements der MSF im Provincial Hospital Kampong
Cham, Provincial Hospital Pursat, Provincial Hospital
Siem Reap, District Hospital Stung Treng (Provinz
Kampong Tom). Und nun 12 Jahre
Sotnikum!
-
- Sollten die
MSF sich im Sinne Ihrer Stellungsnahme oeffentlich
aeussern, und sollte Ihre Stellungsnahme im Internet
nicht der aktuellen Situation in Sotnikum
entsprechend, die haarstraeubend ist, modifiziert
werden, werde ich die Aktivitaet, die Effizienz, die
Resultate, die Realitaet in Sotnikum, die Kosten und
die Ziele der MSF, wie sie in Kambodscha formuliert
werden, im Schlepptau der WHO und Unicef, detailliert
veroeffentlichen. Dies alles, diese elenden und
traurigen Realitaeten hier in Kambodscha, stehen in
groteskem Widerspruch zu Ihrer Stellungsnahme vom 2.
Februar 2004 aus Genf.
-
- Mit
freundlichen Gruessen
- Ihr Beat
Richner
|