- Das neue
Kinderspital Jayavarman VII, Annex von Kantha Bopha,
in Siem Reap Angkor, steht seit dem 31. März 1999
in Betrieb. Monatlich werden da bereits 500 bis 600
schwerkranke Kinder hospitalisien, 8000 bis 10 000
kranke Kinder ambulant behandelt und 2000 bis 2500
Kinder geimpft. Ab Ende September wird mit der
Fertigstellung zweier Pavillons die Bettenkapazit auf
150 erhöht. Ab Dezember wird die chirurgische
Abteilung mit 2 Operationssälen und 40 Betten
bereit sein.
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- Anlässlich der
Einweihungsfeier vom 21. Mai 1999 hat Premierminister
Hun Sen in Anwesenheit des Königs Norodom
Sihanouk den Entscheid bekanntgegeben, das siidlich
angrenzende grosse Terrain dem neuen Spital zur
Verfiigung zu stellen. Da haben wir nun mit dem Bau
einer dritten Abteilung begonnen, einer Maternite fur
ausschliesslich HIV-positive Mütter, mit 2
Operationssälen. 2 Gebärsälen, einer
Neonatologie und 40 Betten.
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- Von der Uno
verschuldete Tragödie
- Neben Tuberkulose
ist Aids eines der grossen Probleme des Landes. 1992,
als Kantha Bopha eröffnet wurde, waren die
Aids-Fälle eine grosse Seltenheit. Im Juni 1992
sind die Uno-Truppen, 14 000 Mann, in Kambodscha
eingetroffen. Einzelne Kontingente waren mit Aids bis
zu 5% infiziert. Trotz voller Kenntnis dieser
Situation liess man die Truppen in den Bordellen, bis
dahin frei von Aids, gewähren, wo es fiir die
Kambodschaner normal war (und eben z. T. noch ist),
ihre ersten sexuellen Erfahrungen zu erwerben. Akashi,
der Chef der Uno-Operation in Kambodscha (Untac), wies
alle lnterventionsvorschläge, selbst aus den
eigenen Reihen. ab: man diirfe keinen der Soldaten
diskriminieren. Jeder habe das Recht, sich an
Mädchen zu erfreuen! Dann hat sich Aids wie ein
Buschfeuer flächenmässig
ausgebreitet.
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- Im Jahr 1996 haben
wir im Kantha Bopha unrer den kranken Kindern unter 5
Jahren bereits 242 neue Aids-Fälle registriert.
1997, 429. 1998, 582!! Und 1999 steigt die Zahl in
dramatischer Weise: Im Juli 99 und in den ersten zehn
Augusttagen haben wir täglich 4 neue Faille zu
verzeichnen! Somit ist Kantha Bopha das Kinderspital
mit der höchsten Anzahl von HIV-Kindern in der
ganzen Welt. Nach der Hospitalisierung betreuen wir
diese Kinder ambulant und behandeln präventiv die
opportunistischen infekte. Wir beraten die Familien.
Überdies informieren wir alle Wartenden der
allgemeinen Poliklinik, alle Familien der
hospitalisierten Kinder, iiber Aids (taglich 2500
Familien)
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- Effiziente
lntervention
- Bekanntlich kann
heute die Transmission Mutter/Kind in signifikanrer
Weise verringert werden, wenn die HIV-positive Mutter
wehrend der letzten Wochen ihrer Schwangerschaft
behandelt wird, wenn ein Kaiserschnitt vorgenommen
wird, um die Kontaminierung des Kindes im Geburtskanal
zu verhindern, wenn das Neugeborene ein bis drei Tage
behandelt wird. Diese Intervention wollen wir nun in
Kambodscha durchführen. Die Mütter werden
von weither nach Siem Reap Angkor kommen. So werden
sie in ihrem Dorf oder in Phnom Penh nicht
diskriminiert. Sie werden kommen. da das Vertrauen der
kambodschanischen Bevölkerung in die Kantha-Bopha
Spitäler gross ist: jedermann weiss. da gibt es
korrekte Behandlung und keine Korruption. Bereits 2.7
Millionen kambodschanische Familien haben im Verlaufe
der letzten 7 Jahre diese Erfahrungen
gemacht.
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- Premierminister Hun
Sen hat in einem Schreiben vom 9. August 1999 dieses
interventionsprogramm begrüsst und voll
unterstützt. Wir suchen nun Finanzierungsquellen
fiir die nachsten 10 Jahre. Auch bei dem Verursacher,
der Uno.
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- Weiterhin sind wir
aber auf lhre persönliche Unterstützung
angewiesen, für die wir von Herzen danken. Jeder
Franken hilft heilen, retten und vorbeugen. Ohne die
Möglichkeiten der drei Kantha-Bopha-Spitäler
würden 2400 Kinder mehr sterben,
monatlich.
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- Phnom Penh. 28. 8.
1999
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- Dr. Beat
Richner. PC 80-60 699-1
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