Jayavarman VII
Dr. Beat Richner's drittes Spital im Siem Reap
Eröffnung am 31. März 1999
 
Annexe von Kantha Bopha I & II
 
Kinderspital Jayavarman VII, Annexe von Kantha Bopha, in Betrieb
 
Unser drittes Kinderspital in Siem Reap bei Angkor Watt, genannt nach dem grossen König des Khmerreichs ums Jahr 1200, Jayavarman VII, steht seit dem 31. März 1999, in Betrieb.
 
Am 9. März 1998 wurde uns das Bauland an verkehrsgünstiger Lage von Premierminister Hun Sen zugesprochen. Das Konzept des Spitals beruht auf den nun 7jährigen Erfahrungen unserer Equipe in den Kantha-Bopha-Spitälern in Phnom Penh. Es könnte ein globales Modell abgeben wie ein Spital, ähnlichen Bedingungen ausgesetzt und verpflichtet, gebaut und organisiert werden kann.
 
Das Spital umfasst ein grosses Präventions- und Gesundheitserziehungszentrum, eine grosse Poliklinik und die Einrichtungen, schwerkranke Kinder zu hospitalisieren. Das medizinische Niveau, und somit auch die technischen Einrichtungen, entsprechen Kantha Bopha I und II in Phnom Penh. Es wird eine korrekte Medizin betrieben, auf die alle Kinder Anrecht haben, ob reich oder arm, ob Ausländer, das heisst hier Westler oder Chinese, oder Kambodschaner. 90 der bereits rekrutierten Mitarbeiter wurden seit längerem in Kantha Bopha I und II ausgebildet und für Siem Reap vorbereitet. Weitere Mitarbeiter werden zwischen Phnom Penh und Siem Reap rotieren.
 
Krieg...und nun ein bisschen Frieden
 
28 Jahre war hier Krieg. Nun scheint Sich die Situation seit Januar 1999 zu bessern. Frieden lässt sich leider nicht ein für allemal regeln mit Abkommen, noch weniger mit Waffen. Frieden lässt sich nur erarbeiten, stetig und beharrlich, mit der Implementierung der Gerechtigkeit und Chancengleichheit mit dem steten Abbau des Nährbodens für Hass, Angst und Eifersucht. Die Kantha-Bopha-Spitäler mit nun 800 kambodschanischen Mitarbeitern, die jedem kranken und leidenden Kind die gleiche Chance geben, ohne Korruption, haben zur Schaffung eines Friedens oder zumindest zur Vorstellung der Idee eines Friedens, eines funktionierenden Friedens, nachweisbar beigetragen. Ohne eine Vision von Frieden lässt sich ein solcher nie realisieren. Ein System wie Kantha Bopha, das korruptionsfrei und nach demokratischen Regeln tagtäglich transparent funktioniert, gibt inmitten dieser grausamen Welt der Armut Gewalttätigkeit und Korruption mehr Hoffnung und Mut zu positivem und kreativem Handeln, als dies Deklarationen, finanzlastige und dossiersbehangene Delegationen aus der reichen Welt und schöne Worte tun.
 
Kantha Bopha - gesundheitspolitisch der bedeutende Faktor für Kambodschas Kinder und so auch für Kambodschas Zukunft
 
Auch gesundheitspolitisch ist Kantha Bopha zum bedeutenden Faktor für Kambodscha geworden: Letztes Jahr (1998) wurden 28 000 schwerkranke Kinder hospitalisiert, 400 000 Konsultationen bei kranken Kindern und 350 000 Impfungen bei gesunden Kindern durchgeführt.
 
Die Zahlen der letztjährigen (1998) Dengue-Epidemie allein geben einen klaren Hinweis auf die Bedeutung von Kantha Bopha:
1998 hat das Kambodschanische Gesundheitsministerium 12 000 Fälle von hämorrhagischem Dengue-Fieber in ganz Kambodscha registriert. Von diesen Fällen waren 10 000 in den Kantha-Bopha-Spitälern hospitalisiert. 60% dieser 10 000 Fälle kamen im Schock. Alle Fälle im Schock sterben ohne Behandlung. Wir konnten die Mortalität auf 1,8% reduzieren! Diese 10 000 Kinder kamen von überall her, von weit her (bis 250 km). Nur nicht aus dem Norden des Landes, aus der Region von Siem Reap. Es ist zu weit. Dort sind die Kinder lautlos zu Hause gestorben, so gibt es dort keine Statistiken...also auch keine Probleme... So kommt es auch, dass sogenannte Experten und andere Funktionäre und Hüter von "Statistiken", in ihren gekühlten Büros diskriminierend fragen: "Ist das Kinderspital, Jayavarman VII, Annexe von Kantha Bopha, notwendig, ist es nicht zu gross, ist es nicht zu schön für ein so armes Land wie Kambodscha?" Schlimmer noch: "Schafft man so nicht Bedürfnisse in einem armen Land die vorher nicht existierten?".
 
Die Arbeit von Kantha Bopha ist nur möglich dank Ihrer andauernden Solidarität und Hilfe, für die wir herrlich danken. Die Arbeit ist möglich dank Ihrer Bereitschaft, Verantwortung zu teilen.
 
Dr. Beat Richner, Siem Reap, 31, März 1999
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