Covid-19 in den Kinderspitälern

Updated: May 8



Alarmierende Nachrichten aus Kambodscha: «Es geht um Leben oder Tod», warnte Regierungschef Hun Sen die Bevölkerung vor der Ausbreitung der Pandemie. «Noch vor Monatsfrist schien alles unter Kontrolle. Das Königreich verzeichnete per Ende März erst wenige Covid-19-Fälle (…) Inzwischen ist zwar schon jeder achte Bewohner geimpft. Doch die Covid-19-Infektionen sind in den letzten vierzehn Tagen stark angestiegen.» So berichtete Manfred Rist in der NZZ am 4. Mai.


Was bedeutet das für die Kinderspitäler von Dr. Beat Richner? Der harte Lockdown und die Reisebeschränkungen zwischen den Provinzen reduzierten die Zahl der neu eintretenden Patienten in Phnom Penh und Siem Reap um 70 Prozent. Allerdings sind alle Intensivstationen voll besetzt, es kommen täglich 650 neue Patienten in die Spitäler (unter normalen Bedingungen sind es bis 2500), täglich gibt es 50 Geburten und 40 Operationen.


Für das Testen und die Isolation allfälliger Covid-Infizierter haben die Spitalleiter rechtzeitig die nötigen Massnahmen getroffen. Die ganze Belegschaft wird fortlaufend getestet, heute sind 96 Prozent der Mitarbeitenden geimpft. Bisher wurden erst 3 Pflegende, 2 Kleinkinder und 3 Mütter positiv getestet, in Quarantäne genommen und geheilt entlassen. Das effiziente Covid-Protokoll für die Spitäler Kantha Bopha wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich und ihrem Professor für Infektiologie Dr. med. Christoph Berger eingeführt.


Beeindruckt von der vorbildlichen Organisation hat das Gesundheitsministerium die Spitalleitung von Kantha Bopha ersucht, ihre Ärztinnen und Ärzte auch in andern Institutionen einzusetzen. Das widerspricht aber der Regel von Dr. Beat Richner, dass niemand ausserhalb der Strukturen der Kantha Bopha Spitäler eingesetzt wird. Wir helfen gerne, aber nur in unseren Spitälern, antwortet Chefarzt Professor Dr. med. Ky Santy.


In den Spitälern läuft trotz zusätzlichem Aufwand und erschwerten Bedingungen (Masken und Schutzanzüge in der Tropenhitze!) der Betrieb einwandfrei: Der operative Direktor Dr. biol. Denis Laurent meldet, dass die bereits beschlossenen Projekte gut unterwegs sind. Zwei neue Operationssäle in der Maternité sind in Betrieb, die Digitalisierung der Patientendaten wird in wenigen Monaten abgeschlossen, der neue MRI wird ab Juli funktionieren.


Der Stiftungsrat hofft, dass die geplanten Missionen nach Kambodscha der Kinderärzte des Zürcher Kinderspitals bald wieder aufgenommen werden können.


All dies und die weiterhin kostenlose Behandlung aller Kinder Kambodschas ist nur dank der Unterstützung der grosszügigen Spenderinnen und Spender aus der Schweiz möglich. Ihnen sei hier herzlich gedankt.


Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen.


Dr. iur. René Schwarzenbach, Präsident,

Prof. Dr. med. Michael Grotzer, Vizepräsident

Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, Dr. med. Beat Richner,

PC 80-60699.1, IBAN Nr. CH98 0900 00008006 0699 1

www.beat-richner.ch, www.facebook.com/dr.beat.richner

Zürich/Phnom Penh, im Mai 2021