Die spirituellen Söhne von Beat Richner

Zürich/Phnom Penh, im Mai 2020.

Der Zürcher Kinderarzt Dr. med. Beat Richner hatte seit der Sanierung des ersten Kinderspitals Kantha Bopha in Phnom Penh im Jahre 1992 ein grosses Ziel: die von ihm gegründeten Kinderspitäler sollten so bald als möglich von den Kambodschanern allein geführt werden. Von Ärzten und Pflegepersonen, die er zusammen mit dem Universitäts-Kinderspital Zürich ausgebildet und gefördert hat. Sie sollten es in seinem Geist tun. Nach den von ihm gegen alle Widerstände durchgesetzten Prinzipien: Alle kranken Kinder sollten kostenlos aufgenommen, geimpft, operiert und gepflegt werden. Mit den besten Instrumenten, Protokollen und Praktiken der zeitgenössischen Medizin.


Deshalb hat er zusammen mit seinem Nachfolger Dr. med. Peter Studer alles unternommen, ein solides Leitungsteam aufzubauen, das sie nach ihrer Pensionierung nahtlos ablösen könnte. Schwere Krankheiten haben dem Leben von Beat Richner (2018) und Peter Studer (2020) frühzeitig ein Ende gesetzt. Beide hatten noch von einem schönen Alter geträumt, Beat Richner wollte endlich wieder einmal in die Oper gehen oder in Nizza Ferien machen, Peter Studer hatte mit seiner Ehefrau Geneviève F. Cattin-Studer noch eine Motorradtour von New Orleans nach Miami geplant.

Heute herrscht in den Kinderspitälern von Phnom Penh und Siem Reap grosse Trauer über den Verlust der verehrten Spitalgründer.

Gleichzeitig aber auch Aufbruchstimmung und Vertrauen in die Zukunft. Die Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, Dr. med. Beat Richner hat die Führung der Spitäler dem erfahrenen Leitungsteam übergeben, welches seit Beginn dabei ist. Dr. biol. Denis Laurent wurde zum Directeur Général ernannt. Die beiden Chefärzte, Prof. Dr. med. Yay Chantana (Siem Reap) und Prof. Dr. med. Ky Santy (Phnom Penh), zu medizinischen Direktoren der Spitäler. Die drei Kaderleute bezeichnen sich selbst als «Fils spirituels de Beat Richner», als geistige Söhne von Beat Richner. Sie haben sich verpflichtet, die Spitäler in seinem Sinn weiterzuführen. Dies ist auch der verbriefte Wunsch des Königs Norodom Sihamoni und der Regierung von Kambodscha.

Die enge Verbindung mit dem Universitäts-Kinderspital Zürich bleibt nicht nur erhalten, sondern wird verstärkt. Der medizinische Bereich mit Aus- und Weiterbildung wird neu von Prof. Dr. med. Michael Grotzer, Ärztlicher Direktor des Kinderspitals Zürich, geleitet. Er wird unterstützt durch seinen Vorgänger, Prof. Dr. med. Felix Sennhauser, und Prof. Dr. med. Oliver Kretschmar, die beide schon zahlreiche Missionen in Kambodscha erfüllt haben. Alle drei sind Mitglieder des Stiftungsrates, dem seit 2020 auch Prof. Dr. med. Felix Niggli angehört. Prof. Grotzer wurde neu zum Vizepräsidenten gewählt. Grotzer, Sennhauser und Kretschmar und der Präsident werden die Spitäler Kantha Bopha mindestens einmal pro Jahr in separaten Missionen besuchen.

Neu in den Stiftungsrat gewählt wurden (als weiterer Vizepräsident) auch Philip Robinson, Mitglied des Verwaltungsrates von EY und Geneviève F. Cattin-Studer.


Das medizinische und philanthropische Erbe von Beat Richner und Peter Studer ist gesichert. Beide sahen ihre Tätigkeit immer als Akt der Förderung des Friedens und der Gerechtigkeit.


Die Spitäler sind immer noch auf Spenden aus der Schweiz angewiesen.


Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen.


Dr. iur. René Schwarzenbach, Präsident,

Prof. Dr. med. Michael Grotzer, Vizepräsident

Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, Dr. med. Beat Richner,

PC 80-60699.1, IBAN Nr. CH98 0900 00008006 0699 1


© Beat Richner, 1998 – 2020

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