Eine Warteliste von 3000 herzkranken Kindern

Bald können auch in den Kantha Bopha Spitälern in Phnom Penh herzkranke Kinder operiert werden: Die Mitglieder des Stiftungsrates haben im Juni 2018 einstimmig die Einwilligung gegeben, das erste Kantha Bopha Spital, das Dr. Richner mit minimalsten Mitteln 1992 renoviert hatte und das inzwischen baufällig wurde, abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen.



Wir werden dieses neue vierstöckige Gebäude nach einer Bauzeit von nur einem Jahr bereits im kommenden August 2019 in Betrieb nehmen können! Es wird uns erlauben, nun auch in Phnom Penh Herzchirurgie zu betreiben, besteht doch eine Warteliste von über 3000 Kindern mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern. Die Ausbildung, die bereits vor sechs Monaten begonnen hat, erfolgt hauptsächlich durch die kambodschanischen Herzchirurgen in Siem Reap, unterstützt durch Prof. René Prêtre und Prof. Gérard Babatasi der Chaîne de l’espoir. Der Bau wird auch je eine Intensivstation für Neugeborene und eine für grössere Kinder beinhalten. Dazu vier «normale» Bettenstationen. Dank der strategischen Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich ist auch die Ausbildung unserer Neonatologen und Intensivmediziner sichergestellt. Eben war PD Dr. Vincenzo Cannizzaro, unterstützt von den Pflegefachfrauen Simone Keller und Pascale van Kleef, zur Schulung und Vorbereitung der Inbetriebnahme


der Intensivstationen hier. Prof. Guido Laube erweiterte unsere Möglichkeiten bei der Behandlung von Nierenerkrankungen. Der Bau kostet inklusive Einrichtung ca. 8 Mio. US Dollar oder Schweizer Franken! Die Finanzierung kann zu einem grossen Teil durch zweckgebundene Spenden sichergestellt werden. So hat der Königspalast spontan 1 Mio. USD zugesagt, die kambodschanische Kantha Bopha Stiftung stellt eine Mio. zur Verfügung, und auch die Schweizer DEZA bewilligte eine Sonderzahlung von einer halben Mio. Eine weitere Mio. kommt von einem Spender aus der Schweiz, der anonym bleiben will.

So kann das Werk von Dr. Beat Richner sinnvoll weitergeführt werden. Die herzkranken Kinder waren für den Spitalgründer eine grosse Sorge, weil viele von ihnen mangels Operation sterben mussten.



Weiterhin funktionieren die Spitäler in Kambodscha bestens. Es ist schlicht grossartig, was die kambodschanischen Ärzte und Pflegenden im Sinn und Geiste von Dr. Richner leisten. Und leisten müssen: Denn der Patientenansturm ist aus Schweizersicht wieder unvorstellbar gross. So mussten zum Beispiel am 16. Mai innert 24 Stunden 660 kranke und schwerstkranke Kinder hospitalisiert werden. Dies auch, weil sich dieses Jahr wieder eine schwere Dengue-Epidemie abzeichnet. Mussten wir 2018 nicht weniger als 14 000 Kinder mit dieser Diagnose hospitalisieren, so sind es dieses Jahr bis zum heutigen Tag fünfmal mehr als letztes Jahr im gleichen Zeitraum! Erfahrungsgemäss wird der Gipfel aber erst im Juli erreicht werden.

Deshalb, liebe Spenderinnen und Spender, sind wir auch weiterhin dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen, um das einmalige Werk von Dr. Beat Richner in seinem Sinne und zum Wohle der kambodschanischen Kinder weiterzuführen.





© Beat Richner, 1998 – 2020

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