Leuchtturm der Nachhaltigkeit


Als sich der Zürcher Kinderarzt Dr. med. Beat Richner im Jahr 1992 aufmachte, dem Ruf des Königs von Kambodscha zu folgen und ein Kinderspital im kriegsversehrten Land wieder aufzubauen, waren die Kritiker sofort zur Stelle. Kaum war er abgereist, hiess es von Ärztekollegen, von Regierungsbeamten, von sogenannten Entwicklungshilfespezialisten grosser Zeitungen: Wie nachhaltig ist das Projekt des Doktors? Was geschieht, wenn er krank wird? Was, wenn er stirbt? Immer wieder war dies das Mantra der Kritiker.

Auch nach zehn Jahren. Auch, als schon drei Spitäler standen, auch als schon das Leben von Hunderttausenden Kindern gerettet war, auch nachdem internationale Experten die Kantha Bopha Spitäler als bestes je gesehenes Projekt der medizinischen Hilfe in einem armen Land beurteilt hatten. Was geschieht, wenn er stirbt? Heute kann man sagen: Es brach grosse Trauer aus, als er starb. Aber den Spitälern geschah gar nichts. Weil Dr. Richner für Nachhaltigkeit gesorgt hatte.

Beat Richner machte die Kritik traurig, aber sie stachelte ihn und seinen Stellvertreter Dr. med. Peter Studer erst richtig an. Sie sagten stets: «Zeigt uns ein nachhaltigeres Projekt. Wenn wir auch nur ein paar Hundert Kinder retten und heilen könnten, wäre die Nachhaltigkeit sicher für diese Kinder gegeben, sie haben nämlich ein ganzes Leben vor sich.»

Heute darf man feststellen, dass es weltweit kaum ein anderes Hilfsprojekt gibt, das nach dreissig Jahren so gut und effizient arbeitet wie die fünf Kinderspitäler Kantha Bopha von Dr. med. Beat Richner. Als genialer Kinderarzt, Spitalmanager und vernünftiger Visionär hat er von Anfang an eine Mannschaft exzellenter Mediziner nachgezogen, von denen er wusste, dass sie die Spitäler nach seinem Weggang autonom führen könnten. Er und sein Stellvertreter Dr. Peter Studer hatten angekündigt, dass sie sich spätestens kurz nach siebzig von der operativen Leitung zurückziehen möchten. Sie haben alles auf diesen Wechsel hin eingefädelt. Sodass die 2500 Angestellten der Spitäler heute auch ohne Schweizer Leitung funktionieren.

Leider kam bei beiden der Tod einer Pensionierung zuvor. Aber ihr Lebenswerk ist aufgegangen: Gerade die monatelange Covid-Krise hat es noch klarer gemacht. Die Schweizer Spezialisten des Kinderspitals Zürich konnten nicht, wie sonst üblich, regelmässig ihre Kollegen in Phnom Penh und Siem Reap vor Ort mit Rat und Tat unterstützen. Die Spitäler funktionieren trotzdem einwandfrei, unter der Leitung des Generaldirektors Dr. biol. Denis Laurent wurden sogar wichtige Weichen gestellt, das Herzzentrum in Phnom Penh konnte eingeweiht werden, die Patientendatei wird digitalisiert, der Spitalbetrieb läuft auf Hochtouren.

Während zahlreiche andere Hilfsprojekte im medizinischen oder touristischen Bereich leider wegen der Covid-Krise abbauen oder gar schliessen mussten, sind die Kantha Bopha Spitäler heute ein Leuchtturm der Nachhaltigkeit im grossen Meer der Hilfswerke.

Einzig für die Finanzierung ist das Lebenswerk von Dr. Richner und Dr. Studer noch auf die Grosszügigkeit der Schweizer Regierung und Bevölkerung angewiesen, auch wenn die kambodschanische Regierung und eine örtliche Stiftung inzwischen grosse Beiträge an das Betriebsbudget leisten.

Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen.

Dr. iur. René Schwarzenbach, Präsident

Dr. phil. Philip Robinson, Vizepräsident

Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, Dr. med. Beat Richner,

PC 80-60699.1, IBAN Nr. CH98 0900 00008006 0699 1

www.beat-richner.ch, www.facebook.com/dr.beat.richner

Zürich/Phnom Penh, im Oktober 2020

© Beat Richner, 1998 – 2020

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