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Grundlage zum Leben

Aktualisiert: 17. Mai



Die Familien versorgen ihre Kinder, die bei uns hospitalisiert sind, selbst mit Essen – es gibt keine zentrale Spitalküche. In den Strassen bei den Krankenhäusern bieten deshalb viele Einheimische ihre selber gekochten oder gepflückten Sachen an.

  

Tuk-Tuks knattern durch die Strassen von Siem Reap, Fussgänger bahnen sich ihren Weg mitten durch den Verkehr hindurch und an den Ständen entlang der Fahrbahn gibt es alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Hemden und Hosen, Plüschtiere und Puppen, Windeln und Wasserflaschen – und eine kunterbunte Vielfalt an Kulinarischem.

 

Kam Sram hat in der Strasse gleich hinter dem Kinderspital ihren Korb mit Bananen, Mais und Wurzelgemüse aufgestellt und wartet auf Kundschaft. «Das Geld, das ich hier verdiene, ist eine wichtige Einnahmequelle für meine Familie», erklärt die 40-Jährige. Seit zwölf Jahren bringt sie ihre Sachen zum Verkaufen schon hierhin und erwirtschaftet sich so ihre Existenzgrundlage. Dankbar erzählt Kam Sram, dass ihre drei Kinder alle in der Maternité im Spital zur Welt gekommen sind. «Ich bin sehr froh, dass mir dort kostenlos geholfen wurde.»




 

Viele ihrer heutigen Kundinnen und Kunden kommen aus dem Spital. Einerseits sind es Mitarbeitende, andererseits Familienangehörige von stationär aufgenommenen Kindern. Denn anders als in der Schweiz verfügen die Krankenhäuser über keine Küchen. Um Verpflegung und Versorgung kümmern sich ausschliesslich die Mütter und Väter, Grosseltern und Geschwister, die rund um die Uhr bei den kleinen Patientinnen und Patienten bleiben. Ein Kind, eine Begleitperson – das ist die Regel. So ist immer jemand da, der Auskunft geben und Tränen trocknen kann.

 

Nach Krieg und Bürgerkrieg hat sich Kambodscha in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt – auch wirtschaftlich. Rund drei Viertel der Einheimischen leben auf dem Land, wo die Armut trotz Fortschritten noch immer weit verbreitet ist. Und in den Städten gibt es nebst einer wachsenden Mittelschicht auch Menschen, die in Slums unterkommen, kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen haben. Laut Erhebungen der Weltbank machen sie rund 40 Prozent der Bevölkerung in den Zentren aus.

 

Um sich und seine Familie durchzubringen, ist auch Ho Hak auf dem Markt. Der 44-Jährige teilt sich einen Stand mit seiner Schwester – er ist ab 5 Uhr morgens da, sie übernimmt ab 10 Uhr. «Anschliessend fahre ich Tuk-Tuk und verdiene so noch etwas dazu.» Auf dem Tisch vor ihm sind kleine Plastikbehälter gestapelt, hier gibt’s Gemüse und Reis, Suppen und Eier, Fisch und Würstchen. Sie kochen alles selbst, erzählt Ho Hak. Sein ganzer Stolz: «Wir züchten daheim Hühner und verkaufen das gebratene Fleisch dann hier auf dem Markt.»




 

Rund 2600 einheimische Mitarbeitende und ihre Familien erhalten dank fairen Löhnen durch unsere Stiftung eine Grundlage zum Leben. Mindestens noch einmal so viele Menschen profitieren durch den Verkauf ihrer Produkte auf dem Markt – denn pro Jahr nehmen unsere Spitäler über 184'000 Kinder stationär auf, dazu kommen fast 900'000 ambulante Konsultationen. Sie alle müssen um- und versorgt werden. So gesehen sichern die Kantha Bopha-Spitäler in Siem Reap und Phnom Penh nicht nur Kinderleben, sondern halten ein eigens, kleines Wirtschaftssystem am Laufen.


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