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Meilensteine der Kantha Bopha-Spitäler – gestern und heute

  • stiftungkanthaboph
  • 25. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Das Video nimmt Sie mit auf einen Rundgang durch eines unserer Spitäler.



Die Geschichte der Kantha Bopha-Spitäler ist ein beeindruckendes Kapitel humanitärer Hilfe. 1992 baute die Schweizer Kinderärzte Beat Richner (1947-2018) mit seinem Kollegen Peter Studer (1947-2020) auf Wunsch des Königs das Spital in Phnom Penh wieder auf, das nach dem Krieg in Schutt und Asche lag. 1999 öffnete im Norden des Landes das Jayavarman VII-Spital seine Türen. Heute versorgen wir an beiden Standorten mit fünf Krankenhäusern und einer Geburtsklinik täglich rund 3'000 Kinder und schaffen über 2'700 Arbeitsplätze für Einheimische.


In den vergangenen 34 Jahren entstand ein Netzwerk, das heute rund 85 Prozent aller kranken und verletzten Kinder Kambodschas kostenlos behandelt. Die Kindersterblichkeit im Land ist in dieser Zeit kontinuierlich gesunken.



Kindersterblichkeit unter 5 Jahren in Kambodscha

1975 über 20 Prozent

1980 über 16 Prozent

1990 über 12 Prozent

2000 4,8 Prozent

2010 4,4 Prozent

2020 2,6 Prozent

Heute 2,2 Prozent



Für gesunde Herzen

Anfang der 1990er-Jahre behandelte das Team vor allem Kinder mit Unterernährung und Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Hirnentzündungen und Dengue-Fieber. Gerade bei Tuberkulose war es wichtig, nicht nur die akut Erkrankten zu behandeln, sondern die ganzen Familien. Damit sie sich nicht gegenseitig erneut ansteckten.


Dieser Ansatz zeigte bald Wirkung – die Kindersterblichkeit sank kontinuierlich bis auf 4,4 Prozent im Jahr 2010. Nach genauer Analyse der Daten war dann rasch klar, dass die meisten der verbleibenden Todesfälle auf Herzerkrankungen zurückzuführen sind. Das war der Startschuss für Beat Richners «Herz-Projekt», das er mit Prof. Dr. med. Oliver Kretschmar vom Universitäts-Kinderspital Zürich ins Leben gerufen hat: 2011 eröffnete in Siem Reap die erste Abteilung für Herzchirurgie und das erste Herzkatheterlabor für Kinder in Kambodscha, 2019 wurde die Herzchirurgie auch in Phnom Penh eingeführt. Jährlich werden heute über 1100 Herz-Eingriffe und -Operationen durchgeführt.




Weiterbildung und Modernisierung

Neonatologie-Stationen für Frühchen mit Intensivmedizin und Pflege wie auch Intensivstationen für ältere Kinder sind entstanden. Weitere Schulungen sind dazugekommen in Fachgebieten wie Gastroenterologie (Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts), Viszeralchirurgie (Eingriffe an Organen im Inneren der Bauch- und Beckenhöhle), Geburtshilfe und Gynäkologie, Nephrologie (Nierenerkrankungen), Orthopädie (Bewegungsapparat), Neurochirurgie (operative Eingriffe am zentralen und peripheren Nervensystem) und Infektiologie. Weiter sind die bildgebenden Geräte für eine korrekte Diagnose stets modernisiert und die neuesten Techniken entsprechend geschult worden.


Die Weiterbildung der einheimischen Mitarbeitenden wird bis heute von Fachpersonen des Universitäts-Kinderspitals Zürich und aus weiteren Schweizer Spitälern durchgeführt. Je nach Thematik erfolgen die Einsätze in Kambodscha jährlich oder alle zwei Jahre – das Teaching und der fachliche Austausch finden allerdings nicht nur während dieser medizinischen Missionen vor Ort statt, sondern rund ums Jahr dank Sitzungen per Telefon, Videokonferenzen und einem Austausch über E-Mail.




Hoffnung für Kinder mit Krebs

Während Leukämien bei Kindern in Phnom Penh bereits seit nahezu zwei Jahrzehnten behandelt werden, begannen wir im Herbst 2023 unter der Leitung von Prof. Dr. med. Felix Niggli, ehemaliger Chefarzt der Onkologie am Kinderspital Zürich, auch andere Krebserkrankungen zu therapieren – darunter Leber-, Nieren- und Hirntumore. Voraussetzung für eine adäquate Behandlung solcher Tumoren ist eine präzise Diagnosestellung. Mit der Unterstützung eines Pathologen aus der Schweiz konnte das bislang rudimentäre Labor gezielt weiterentwickelt werden.


Zwar stehen auch heute nicht immer sämtliche diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung, und das therapeutische Spektrum ist im Vergleich zu Europa weiterhin begrenzt. Dennoch konnte inzwischen bei mehreren hundert Kindern mit Krebserkrankungen eine wirksame Tumorkontrolle erreicht werden. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Spitälern in Phnom Penh. So erhalten Kinder, die bei uns behandelt werden, eine erforderliche Radiotherapie in einem anderen Krankenhaus der Stadt.



Regelmässig finden zudem Videokonferenzen in Form sogenannter Tumorboards statt, an denen Kolleginnen und Kollegen aus Kambodscha gemeinsam mit einem Expertenteam aus der Schweiz einzelne Krankheitsfälle besprechen. Die erzielten Fortschritte machten es schliesslich möglich, seit Herbst 2025 auch Kinder mit Krebserkrankungen im Kinderspital von Siem Reap zu behandeln. An beiden Standorten engagieren sich hochmotivierte Teams, die mit grossem Einsatz und innerhalb der vorhandenen Möglichkeiten krebskranke Kinder betreuen. Da nicht alle Kinder geheilt werden können, gehört mittlerweile auch die Organisation einer würdevollen palliativen Betreuung zu ihren wichtigen Aufgaben.



Abschied von den Gründern


Alle diese Entwicklungsschritte sind nach und nach erfolgt und waren aus medizinischer Sicht sinnvoll und nötig. Leider mussten wir diesen Weg in den vergangenen Jahren ohne unsere beiden Gründer gehen: 2017 ist Beat Richner aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz zurückgekehrt und im September 2018 verstorben. Sein guter Freund und Wegbegleiter Peter Studer ist im Mai 2020 verstorben.


Zurückgeblieben sind ihre Mitarbeitenden in Kambodscha und die Mitglieder des Stiftungsrates in der Schweiz – gemeinsam haben wir alle die Spitäler im Sinne und mit dem Spirit der Gründer weiterentwickelt. Die Kantha Bopha-Spitäler sind Beat Richners und Peter Studers Vermächtnis – zu einem grossen Teil von Schweizer Spenden getragen, mit dem enormen Einsatz der kambodschanischen Spitalleitung geführt und international anerkannt. Täglich werden hier Leben gerettet. Nachhaltig, professionell, zukunftsorientiert.



Was bringt die Zukunft?

Die hohen Standards in den einzelnen Fachgebieten werden gepflegt und wo nötig optimiert. Auch die psychische Gesundheit rückte in den vergangenen Jahren in den Fokus: So stehen an beiden Standorten für die Kinder nun Psychiaterinnen im Einsatz, die wenn immer nötig für die Behandlungen mitbeigezogen werden.


Für Prof. Dr. med. Ky Santy, Spitaldirektor in Phnom Penh, ist die geplante Einführung der Hämodialyse bei akutem Nierenversagen ein Lichtblick: «Die neue Behandlung wird Kinder in kritischen Situationen das Leben retten.» Weiter liegt ihm das Wohlbefinden der Mitarbeitenden am Herzen. So wurden Neubauten und Renovierungen durchgeführt, um die Arbeitsbedingungen für das Personal und die Zugänglichkeit für Patienten zu verbessern. Und Prof. Dr. med. Yay Chantana, Spitaldirektor in Siem Reap, ergänzt: «In allen Bereichen bleiben die Stärkung der Professionalität, eine gute klinische Praxis, patientenorientierte Versorgung und Patientensicherheit eine zentrale Priorität, um die Qualität und das Vertrauen der Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten.»


Die Kantha Bopha-Spitäler erhalten auch namhafte Unterstützung und Spenden aus Kambodscha – von Privaten und auch von Institutionen. Dazu gibt es vor Ort die Cambodia Kantha Bopha Foundation, deren statutarischer Zweck die finanzielle Unterstützung unserer Spitäler ist. Alle Aktivitäten und Bemühungen der Stiftung tragen dazu bei, den Spitalbetrieb nachhaltig und langfristig zu sichern.



Überblick unserer Spitäler


Phnom Penh

Siem Reap

Eröffnet

1992: Kantha Bopha I

1996: Kantha Bopha II

2005: Kantha Bopha IV

2007: Kantha Bopha V

1999: Jayavarman VII

Erweiterungen und neue Angebote

2015 Kantha Bopha I renoviert und mit einem Museum ergänzt, 2019 Einweihung des Ersatzbaus mit Herzchirurgie-Zentrum sowie zwei Intensivstationen für Neugeborene und ältere Kinder, September 2023 Krebsstation eröffnet

2001 neue Maternité eingeweiht, 2008 neuer Anbau, 2011 Eröffnung eines Herzzentrums mit interventionellen Herzkatheteruntersuchungen, 2024 Erweiterung der Maternité um 200 Betten und Neonatologie, Mai 2025 Krebsstation eröffnet

Betten

Hier stehen total 1000 Betten für kranke und verletzte Kinder zur Verfügung, die stationär aufgenommen werden müssen

Die Pädiatrie und die Kinderchirurgie umfassen rund 900 Betten, die Geburtsklinik rund 200 Betten

Spitalleitung

Generaldirektor

Dr. biol. Denis Laurent


Direktion

Prof. Dr. med. Ky Santy


Vize-Direktion

Prof. Dr. med. Iv Malène

Prof. Dr. med. Nguon Yaneth

Prof. Dr. med. Tek Lyvannara

Generaldirektor

Dr. biol. Denis Laurent


Direktion

Prof. Dr. med. Yay Chantana,


Vize-Direktion

Prof. Dr. med. Khun Leang-Chhun

Prof. Dr. med. Keo Sokha

Patientinnen und Patienten

An beiden Standorten zusammen rund 3000 Kinder pro Tag

Mitarbeitende

An beiden Standorten zusammen gut 2700 Mitarbeitende

Ausbildung

Unsere Spitäler sind seit 1994 ein Departement des Gesundheitsministeriums in Kambodscha und dienen heute als Ausbildungsstätte für medizinische und pflegerische Berufe

Schweizer Studierende

Im Rahmen des Wahlstudienjahrs können Schweizer Studierende der Medizin seit Oktober 2024 in Siem Reap für zwei Monate in der Geburtshilfe und Pädiatrie sowie in der Kinderchirurgie mitarbeiten. Im Sommer 2026 weiten wir das Angebot auf Phnom Penh aus


Die Geschichte von 1992 bis 2023



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