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Herzlich willkommen, liebe Marina und lieber Philip

stiftungkanthaboph
vor 5 Tagen
4 Min. Lesezeit

Ab Oktober 2026 ergänzt Medizinstudent Philip unser Team in Siem Reap. Und Medizinstudentin Marina steht in Phnom Penh im Einsatz. Hier stellen sie sich gleich selbst vor.


Marina Holdener Costa, 24, Chur GR


In meiner Kindheit war ich ziemlich häufig bei Kinderärztinnen und Kinderärzten oder im Krankenhaus. Die Erfahrungen, an die ich mich erinnere, waren dabei leider alles andere als positiv. Deshalb hatte ich jahrelang grosse Angst vor Ärztinnen und Ärzten und hätte als Jugendliche nie gedacht, dass ich selbst einmal Medizin studieren würde. Gleichzeitig haben mich der menschliche Körper und verschiedene Erkrankungen schon früh interessiert, weshalb ich immer wieder darüber gelesen und recherchiert habe.


Erst als Jugendliche hatte ich dann einen Pädiater, bei dem ich mich wirklich ernst genommen und gut aufgehoben fühlte. Dadurch konnte ich einen Teil meiner Angst vor Ärztinnen und Ärzten verlieren und begann, sie mit anderen Augen zu sehen. Einige Jahre später, während meiner Gymnasialzeit, gab es in Chur einmal einen Informationsstand von Ärzte ohne Grenzen. Die Idee, medizinisch dort zu helfen, wo die Ressourcen begrenzt sind, hat mich sehr begeistert.


Da ich in ländlichen Regionen Brasiliens aufgewachsen bin, in denen nicht alle Menschen Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung hatten, weiss ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig dieser Zugang sein kann. Um selbst einmal in diesem Bereich arbeiten zu können, musste ich natürlich zuerst Medizin studieren. Da mich ausserdem Naturwissenschaften interessierten, ich aber gleichzeitig gerne mit Menschen arbeiten wollte, erschien mir Medizin als ziemlich gute Kombination. Schon damals entstand bei mir der Gedanke, vielleicht eines Tages selbst in einem Land mit weniger Ressourcen zu arbeiten. Langfristig habe ich sogar den Traum, in einem solchen Land ein Spital aufzubauen und eine Stiftung zu gründen, die Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht.


Während des Studiums habe ich dann gemerkt, wie viel man als Ärztin selbst dazu beitragen kann, dass Kinder medizinische Untersuchungen nicht nur als etwas Beängstigendes erleben. Man kann ihnen auf spielerische Weise erklären, weshalb eine Untersuchung notwendig ist, und sich genügend Zeit nehmen, um auf ihre Ängste und Bedürfnisse einzugehen. So kann Vertrauen entstehen. Gerade weil ich selbst als Kind eher schlechte Erfahrungen gemacht habe, finde ich diesen Aspekt besonders spannend. Deshalb kann ich mir mittlerweile sehr gut vorstellen, später als Kinderärztin zu arbeiten.


An meinen zwei Monaten bei der Stiftung Kantha Bopha reizt mich besonders, ein Gesundheitssystem kennenzulernen, das sich in vielen Punkten von jenem in der Schweiz unterscheidet. Ich hoffe, viel von den Ärztinnen und Ärzten vor Ort über Kinderheilkunde und die medizinische Versorgung im Allgemeinen lernen zu können. Da ich mir auch vorstellen könnte, später in der Kinderchirurgie zu arbeiten, freue ich mich besonders darauf, diesen Bereich kennenzulernen und dabei auch praktische und manuelle Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Und vielleicht schaffe ich es ja sogar, ein bisschen Khmer zu lernen.


Als Person, die sehr gerne reist, freue ich mich sehr darauf, eine neue Kultur kennenzulernen. Am meisten freue ich mich jedoch darauf, mit den Kindern und ihren Familien zu arbeiten. Während anderer Monate meines Wahlstudienjahres konnte ich bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern sammeln und habe gemerkt, wie viel Freude mir das macht. Ich finde es sehr bereichernd, mit Kindern zu arbeiten, und bin gespannt, wie diese Arbeit in einem anderen kulturellen und gesundheitlichen Umfeld aussieht. Gerade wenn man an die bewegte Geschichte Kambodschas und die Entwicklung des Landes in den letzten Jahrzehnten denkt, empfinde ich es als grosses Privileg, für zwei Monate Teil der Stiftung Kantha Bopha sein zu dürfen.


Ein bisschen Respekt habe ich allerdings auch davor. Ich war noch nie so lange von meiner Familie und meinen Freunden weg und kann nicht einfach für ein Wochenende nach Hause. Gleichzeitig freue ich mich darauf, mich auf diese neue Erfahrung einzulassen und bin gespannt, was mich in den zwei Monaten alles erwartet.



Philip Matsch, 33, Zürich


Schon seit meiner Jugend interessiere ich mich für die Physiologie des Menschen und die Prozesse, die in unserem Körper ablaufen. Durch verschiedene Sportarten entwickelte sich insbesondere meine Neugierde am Bewegungsapparat und daran, wie komplex der menschliche Körper funktioniert. Erst später in meinem beruflichen und akademischen Werdegang entschied ich mich für einen Perspektivenwechsel und nahm das Medizinstudium auf. Mich fasziniert bis heute die Verbindung von naturwissenschaftlichem Verständnis, praktischer Arbeit und dem direkten Kontakt mit Menschen.


Mich reizt am Einsatz in Kambodscha vor allem der Perspektivenwechsel. Nach mehreren Jahren Ausbildung und praktischer Tätigkeit in Schweizer Spitälern konnte ich die hiesigen Strukturen, Standards und Abläufe kennenlernen. Umso spannender ist es für mich, diese Erfahrungen nun in einem Umfeld einzubringen, das sich in vielen Punkten von der Schweiz unterscheidet – sei es bei den verfügbaren Ressourcen, den medizinischen Herausforderungen oder der Organisation der Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig empfinde ich es als grosse Ehre, Teil von Beat Richners Vermächtnis zu sein. Seine Vision einer medizinischen Versorgung, die allen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft und ihren finanziellen Möglichkeiten offensteht, beeindruckt mich sehr. Mit meinem Einsatz möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten und gleichzeitig selbst von den Erfahrungen vor Ort lernen.


Ich erwarte zwei intensive und lehrreiche Monate, in denen ich sowohl medizinisch als auch persönlich viel mitnehmen werde. Ich möchte meinen bisherigen Erfahrungsschatz einbringen, gleichzeitig aber auch offen sein, neue Herangehensweisen kennenzulernen und meine eigenen Vorstellungen von medizinischer Versorgung zu hinterfragen.


Ich freue mich auf den Alltag im Kinderspital und darauf, mit den lokalen Teams zusammenzuarbeiten. Besonders gespannt bin ich darauf, wie sich die Prozesse und die Zusammenarbeit von denen im Kinderspital Zürich unterscheiden, wo ich bereits tätig war.

Sorgen mache ich mir eigentlich keine. Gerade die Unsicherheiten und Herausforderungen, die ein solcher Aufenthalt mit sich bringt, finde ich spannend. Ein neues Land, ein anderes Gesundheitssystem und ungewohnte Arbeitsbedingungen werden mich sicher immer wieder vor neue Situationen stellen. Ich freue mich, mich darauf einzulassen, dazuzulernen und auch einmal ausserhalb meiner gewohnten Komfortzone zu arbeiten.

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