Ein herzliches Willkommen an Bjarne, Luis und Daniel
- stiftungkanthaboph
- 2. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Ab Januar 2026 ergänzen die drei Medizinstudenten unser Team in Kambodscha. Sie arbeiten für zwei Monate in unserem Kinderspital und der Maternité in Siem Reap. Hier stellen sie sich gleich selber vor.

Bjarne von Götz, 23, Zürich
Ich habe mich für das Medizinstudium entschieden aufgrund meines Interesses an den Naturwissenschaften und da ich gerne mit Menschen arbeite. Ein Pflegepraktikum hat mein Interesse dann gefestigt.
Ich möchte in meinem Unterassistenzjahr gerne andere Gesundheitssysteme und Umstände ansehen. Zudem bin ich interessiert, in Südostasien zu reisen und dort zu leben.
In diesen zwei Monaten möchte ich mir mehr Selbstvertrauen aneignen. Zudem würde ich gerne im Notfall bei einer Geburt behilflich sein können.
Ich freue mich sehr auf die neue Kultur und die Möglichkeit, mithelfen zu können. Ich habe jedoch Bedenken, was die Kommunikation mit Patienten angeht, da ich die einheimische Sprache nicht spreche und mein Französisch auch nicht sehr gut ist.

Luis Biehlmaier, 25, Zürich
Schon früh habe ich mich sehr für den Menschen interessiert. Der ursprüngliche Impuls für das Medizinstudium kam durch den Sport: Aufgrund von Knieproblemen war ich häufiger bei einer Orthopädin, wodurch ich Interesse und Faszination an diesem Berufsbild gefunden habe. Die Idee, Menschen Teile ihrer Lebensqualität zurückzugeben und sie in schwierigen Zeiten unterstützen und ihnen helfen zu können, hat mich sehr interessiert.
Ausgehend von der Orthopädie wurde mein Interesse immer breiter. Zunächst faszinierte mich der Bewegungsapparat, später die Rolle der Ernährung und zunehmend auch die Psychologie des Menschen. Schliesslich wollte ich verstehen, wie der Mensch als Ganzes funktioniert und genau das konnte ich im Medizinstudium lernen.
Besonders schön finde ich an der Medizin, was sich auch im Verlauf des Studiums bestätigt hat, dass man täglich mit sehr unterschiedlichen Menschen und ihren individuellen Lebensgeschichten in Kontakt kommt. Diese Begegnungen eröffnen neue Blickweisen auf das Leben und zeigen, wie verschieden Menschen mit Schicksalsschlägen umgehen. Ich denke, dass man diese Erfahrungen nicht nur in der Patientenbetreuung, sondern auch für sein eigenes Leben nutzen kann.
In den letzten Jahren hatte ich die Möglichkeit, in verschiedene Länder zu reisen, was meine Sicht auf viele Aspekte des Lebens nachhaltig verändert hat. Besonders interessiert haben mich dabei stets die Kulturen und die Menschen vor Ort. Auf meinen Reisen nach Sri Lanka und Indonesien hat mich beeindruckt, wie lebensfroh, offen und freundlich die Menschen waren, auch wenn sie materiell oft wenig hatten.
Als ich von der Möglichkeit eines Einsatzes in Siem Reap erfahren habe, wollte ich diese Chance deshalb direkt ergreifen. Die Aussicht, für eine längere Zeit in eine neue Kultur einzutauchen, dort zu arbeiten und den Alltag mitzuerleben, freut mich sehr. Gleichzeitig ist es mir wichtig, durch meine Tätigkeit als angehender Arzt der lokalen Bevölkerung etwas zurückzugeben.
Durch meine Zeit in der Rekrutenschule, meine Arbeit als Sitzwache sowie als Ersthelfer-Kursleiter bei verschiedenen Unternehmen habe ich es stets sehr geschätzt, in unterschiedliche Lebenswelten eintauchen zu dürfen, auch einmal ausserhalb der sogenannten «Uni-Bubble». Bisher waren diese Erfahrungen jedoch auf die Schweiz beschränkt. Umso mehr freue ich mich darauf, nun Werte, Lebensweisen und Perspektiven in Kambodscha kennenzulernen.
Ich erwarte, in dieser Zeit sehr viel zu lernen fachlich, menschlich und persönlich. Ich bin mir bewusst, dass ich sowohl sehr schöne als auch tragische Momente erleben werde, die mich beschäftigen und prägen werden. Es wird sicher eine intensive und teilweise anstrengende Zeit, die jedoch mit vielen wertvollen Erfahrungen verbunden sein wird.
Zudem erhoffe ich mir einen tiefen Einblick in ein anderes Gesundheitssystem. Diese Perspektive kann mir helfen, positive Aspekte und Lösungsansätze auch in meine zukünftige ärztliche Tätigkeit mitzunehmen. Besonders wichtig ist mir der Austausch mit den Menschen vor Ort und dass ich sowohl im Spital als auch ausserhalb einen echten Mehrwert leisten kann.
Am meisten freue ich mich auf die Menschen vor Ort, für eine längere Zeit in den gemeinsamen Alltag vor Ort einzutauchen und den Einblick in ein anderes Gesundheitssystem. Ein gewisser Punkt, der mir aktuell Sorgen bereitet, ist die angespannte Situation durch den Konflikt an der Grenze. Ausserdem natürlich auch, dass Situationen kommen, in denen mein medizinisches Können und Wissen an das Maximum kommen und ich den Personen nicht noch mehr helfen kann.
Dennoch überwiegt für mich die Vorfreude auf den Einsatz und die Erfahrungen, die mich dort erwarten.

Daniel Brück, 26 aus Zürich
In der Zeit nach dem Gymnasium hat mich die Rettungsmedizin enorm fasziniert. Ich war noch keine 23 Jahre alt, und somit zu jung, um die Ausbildung als Rettungssanitäter zu starten. In meinem Praktikum wurde mir geraten, doch Medizin zu studieren und später als Notarzt den Rettungsdienst zu unterstützen. Da ich das Privileg hatte, von meinen Eltern unterstützt zu werden und an einer Uni zu studieren, ohne mich dabei hoch zu verschulden, war die Idee äusserst reizvoll. Ich war mich nicht sicher, ob ich den Anforderungen gewachsen war, doch einen Versuch war’s wert. Nun, immerhin fünf Jahre später, stehe ich am Ende meines Studiums und kenne immer noch nicht alle die Fach- und Aufgabenbereiche, in denen ich tätig sein könnte. Rettungsmedizin ist (neben der Pädiatrie) inzwischen «nur noch» eine von vielen möglichen Richtungen, die ich weiterfolgen und in denen ich Erfahrungen sammeln will.
Auf meiner letzten Südostasien-Reise habe ich mich in die kulturelle und geschichtliche Vielfalt der Region verliebt – wie einst mein Grossvater während seiner ersten Nepal-Reise. Ich wollte unbedingt zurück und spielte auch mit der Idee, hier ein anderes Gesundheitssystem kennenzulernen. Als ich dann von der Möglichkeit erfuhr, im Wahlstudienjahr Einblick in die Spitäler der Beat Richner-Stiftung in Kambodscha zu haben, war ich von der Idee angefressen und habe mich sofort beworben.
Ich möchte verstehen, was den Menschen in Kambodscha wichtig ist und ob und wie hier anders gearbeitet und auf die Menschen eingegangen wird, als das bei uns der Fall ist.
Ich habe schon von mehreren Studierenden gehört, dass sie die Zeit in Siem Reap nie vergessen und für immer im Herzen behalten werden. Ich bin offen und gespannt darauf, was mich erwartet. Sorgen macht mir die aktuelle Situation in der Grenzregion zwischen Thailand und Kambodscha und welche Auswirkung der bewaffnete Konflikt auf die humanitäre Lage der Bevölkerung hat. Aber wie Beat Richner einst sagte: «This hospital is an island of peace».




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