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Im Herzen verankert – für den Rest meines Lebens …

  • stiftungkanthaboph
  • 19. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Es sind ein paar Wochen vergangen, seit meine Zeit in Kambodscha zu Ende ist. Es war eine wunderbare und bereichernde Erfahrung, die genauso eindrucksvoll war, wie es in den Berichten früherer Teilnehmender beschrieben worden war. Ich durfte zahlreiche neue Eindrücke sammeln und wertvolle praktische Fähigkeiten erlernen.


Am Ende meines Aufenthalts hielt ich eine kleine Rede, um meine Dankbarkeit gegenüber den Ärztinnen, Ärzten, Pflegenden und allen weiteren Mitarbeitenden auszudrücken, die mir mit grossem Engagement so viel beigebracht und mich herzlich aufgenommen haben. Untenstehend befindet sich diese Rede – und ich glaube, sie ist die beste Möglichkeit, meine Dankbarkeit in Worte zu fassen.



Guten Morgen allerseits, Arun Suosudei


Da heute mein vorletzter Tag hier in Siem Reap ist, möchte ich ein paar Worte an Sie richten.

Ich erinnere mich noch genau daran, wo ich war, als ich die E-Mail erhielt, dass ich für die Reise nach Kambodscha ausgewählt worden bin. Ich war so begeistert über diese Gelegenheit, dass ich sofort meine Mutter anrief, um ihr die Neuigkeit mitzuteilen. Ich wusste von Anfang an, dass dies eine unglaubliche Erfahrung werden würde – aber ich hatte keine Ahnung, wie sehr alle meine Erwartungen übertroffen würden.


Von dem Moment an, als ich im Kantha Bopha-Spital kam, wurde ich mit offenen Armen empfangen. Was ich hier vorfand, war nicht nur ein Krankenhaus voller engagierter Fachleute und starker, mutiger Patienten, sondern eine lebendige Gemeinschaft voller Grosszügigkeit, Herzlichkeit und viel Wissen, das es zu teilen galt.


Diese zwei Monate waren voller unvergesslicher Momente, und das verdanke ich Ihnen allen. Viele davon waren für mich Premieren: Ich habe meine erste Lumbalpunktion durchgeführt, habe gelernt, wie man chirurgische Knoten knüpft und wie man eine gute Donati-Naht macht. Und ich habe bei der Beatmung eines Kindes geholfen, meine erste Entbindung miterlebt – das sind Erfahrungen, die ich nie vergessen werde.


Aber was diese Zeit wirklich bedeutungsvoll gemacht hat, war nicht nur die medizinische Praxis. Es waren die Menschen um mich herum. Sie haben mir nicht nur klinische Fähigkeiten beigebracht – Sie haben Ihre Sprache, Ihre Geschichten, Ihr Essen, Ihre Witze und Ihre Kultur mit mir geteilt. Trotz der unterschiedlichen Hintergründe fühlte ich mich verbunden, akzeptiert und geschätzt.


Es gab sicherlich auch herausfordernde Tage – Momente, die emotional sehr intensiv waren, und Zeiten, in denen die Begrenztheit der verfügbaren Ressourcen die Versorgung noch schwieriger machte. Doch selbst an diesen Tagen haben Sie Ihre positive Einstellung nie verloren. Sie haben weiterhin die bestmögliche Versorgung geleistet, mit unerschütterlichem Engagement und Mitgefühl. Ihre Hingabe für Ihre Patientinnen und Patienten und füreinander hat mich tief bewegt.


Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme, ist weit mehr als medizinisches Wissen. Ich habe etwas über echte Teamarbeit, Belastbarkeit, Bescheidenheit in der Praxis und vor allem über die stille, aber kraftvolle Wirkung von Freundlichkeit gelernt. Ein Lächeln auf dem Flur, eine ruhige Hand, die mich während eines Eingriffs führte, ein paar aufmunternde Worte, als ich sie am meisten brauchte – diese Momente bedeuteten mir alles.


Wenn ich nun in die Schweiz zurückkehre, nehme ich grossen Respekt und Bewunderung für die Arbeit mit, die Sie jeden Tag für die Mütter und Kinder in Ihrer Obhut leisten. Ich habe es wirklich geliebt, jeden Tag zur Arbeit zu kommen, und diese Erfahrung wird eines der bedeutendsten Kapitel auf meinem Weg zur Ärztin bleiben.


Kambodscha, insbesondere Siem Reap, wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen. Ich verlasse diesen Ort nicht nur mit neuem Wissen und neuen Fähigkeiten, sondern auch mit Erinnerungen und Freundschaften, die ich für den Rest meines Lebens mit mir tragen werde.


Damit möchte ich mich beim gesamten Team von Kantha Bopha bedanken. Vielen Dank an die Professoren, die mir diese Gelegenheit gegeben haben, und vielen Dank an alle Ärzte, Krankenschwestern und Studenten, die ihr Wissen mit mir geteilt haben. Vielen Dank für Ihr Vertrauen und dafür, dass ich mich als Teil der Kantha Bopha-Familie fühlen durfte. Und vor allem vielen Dank dafür, dass Sie mir ein Zuhause fernab von meinem Daheim gegeben haben.


Arkun chraen. Und bis bald – hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Rebecca




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