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Notfall im Hirn

stiftungkanthaboph
vor 6 Tagen
1 Min. Lesezeit

Es passierte aus dem Nichts. Kein Sturz, kein Unfall. Die zwölfjährige Heng Maylinh klagte über rasende Kopfschmerzen, erbrach sich mehrmals und brach bewusstlos zusammen. «Ich hatte solche Angst und fühlte mich komplett verloren», erinnert sich Mutter Por Sotan an die dramatischen Stunden auf der Intensivstation in unserem Kinderspital in Siem Reap. Die Diagnose zeigte: Bei ihrer Tochter war eine angeborene Gefässfehlbildung im Gehirn geplatzt. Es entstand eine lebensgefährliche Hirnblutung.


Etwas anders war die Ausgangslage beim 14-jährigen Say Vichetra, der seit Monaten mit immer wiederkehrenden Kopfschmerzen kämpfte – bis seine Beine plötzlich taub wurden und ihn nicht mehr trugen. Auch seine Eltern, Mutter Sorn Srey Nea und Vater Say Kimsek, traf die Diagnose wie ein Schlag: Ein vier mal fünf mal sechs Zentimeter grosser Tumor war im Gehirn ihres Sohnes herangewachsen. «Ich dachte, jetzt stirbt unser Vichetra», erzählt sein Papa. Eine teure medizinische Behandlung? Für die Bauernfamilie unbezahlbar.


Im Kinderspital in Siem Reap übernahm Neurochirurg Dr. Ratanak Ven den Kampf um das Leben der beiden – für die Familien kostenlos. In stundenlangen, hochpräzisen Eingriffen gelang es ihm, Maylinhs Hirnblutung zu stoppen und Vichetras Tumor vollständig zu entfernen. Schon sechs Stunden nach dem ersten Eingriff schlug Maylinh die Augen auf und sprach wieder. «Jetzt habe ich mein Baby zurück», sagt ihre Mutter unter Tränen der Erleichterung.


Heute, Monate nach den Operationen und intensiver Physiotherapie, geht es den Kindern gut und sie kehren regelmässig zur Kontrolle ins Spital zurück. Maylinh klettert wieder herum, hilft ihrer Mutter beim Kochen und möchte später Juristin werden. Auch Vichetra geht längst wieder zur Schule. Sein grosser Traum: Er möchte später selbst Arzt werden, um anderen Menschen das Leben zu retten.



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