Besuch beim Verein «Sauberes Wasser für das Volk»
- stiftungkanthaboph
- 23. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Als Dr. Philip Robinson, der Präsident der Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, uns fragte, ob wir ihn zu einer NGO für sauberes Wasser und Hygiene etwas ausserhalb von Siem Reap begleiten möchten, sagten wir sofort zu. An einem Montagnachmittag fuhren wir gemeinsam mit ihm und Prof. Dr. Chhun etwa eine halbe Stunde in ein kleines Dorf auf dem Land.
Schon bei der Ankunft sahen wir eine Gruppe Menschen vor einem leuchtend blauen Haus auf uns warten. Wir wurden vom Gründer Kurt Stüssi und seinen Mitarbeitenden herzlich begrüsst und in das klimatisierte Haus eingeladen, wo wir zunächst eine Präsentation über die Organisation und ihre bisherigen Projekte erhielten.
Der Verein «Sauberes Wasser für das Volk» wurde 2019 vom St. Galler Kurt Stüssi gegründet, nachdem er in Kambodscha vielen Familien begegnet war, die weder Zugang zu sauberem Trinkwasser noch zu angemessenen sanitären Einrichtungen hatten. Schätzungsweise fünf Millionen Menschen verfügen hier noch immer nicht über eine ausreichende sanitäre Versorgung. Zudem haben laut UNICEF rund 30 Prozent der Personen in den ländlichen Regionen keinen verlässlichen Zugang zu sicherem Trinkwasser.
Ziel des Vereins ist es, die Lebensbedingungen dieser Menschen nachhaltig zu verbessern. Seit der Gründung wurden rund 500 Wasser- und Hilfsprojekte umgesetzt und etwa 10'000 Kambodschanerinnen und Kambodschaner unterstützt. Neben dem Bau von Brunnen, Wasserstellen und Toiletten engagiert sich der Verein auch in den Bereichen Hygieneaufklärung und soziale Unterstützung. So erhalten besonders bedürftige Familien beispielsweise Hühner, damit sie durch die Eier langfristig Zugang zu einer wichtigen Eiweissquelle haben.
Nach der Projektvorstellung gingen wir hinaus in die Nachmittagshitze, um einige der Brunnen und sanitären Anlagen zu besichtigen. Dabei lernten wir eine fünfköpfige Familie kennen, die monatlich lediglich 12 US-Dollar vom Sozialhilfesystem erhält. Deutlich zu wenig, um davon leben zu können. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie unter anderem damit, Früchte vom Boden zu sammeln und weiterzuverkaufen. Vor Kurzem erhielten sie durch den Verein einen Brunnen, einen Biosandfilter zur Wasseraufbereitung sowie eine Toilette. Von einer anderen Hilfsorganisation wurde zusätzlich ein kleines Haus finanziert.
Anschliessend besuchten wir ein frisch verheiratetes Ehepaar, dessen Unterkunft lediglich aus einem einfachen Holzgerüst mit Palmblättern als Wänden bestand. Besonders während der Regenzeit dürften die Lebensbedingungen dort sehr schwierig sein, da die Behausung kaum Schutz vor Wind und Niederschlag bietet.
Während unserer Zeit im Kinderspital begegneten wir immer wieder Kindern, die aufgrund von verschmutztem Trinkwasser schwer erkrankt waren. Häufig handelte es sich um schwere Magen-Darm-Infektionen, die insbesondere bei kleinen Kindern zu chronischem Durchfall und dadurch zu ausgeprägter Mangelernährung führen können. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und funktionierenden sanitären Anlagen ist deshalb eine der wirksamsten präventiven Massnahmen überhaupt. Er verbessert nicht nur die Lebensqualität der betroffenen Familien, sondern verhindert Krankheiten und entlastet gleichzeitig das Gesundheitssystem.
Besonders eindrücklich war für uns, wie viel mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln erreicht werden kann. Mit rund 555 Franken kann eine Familie mit einem Brunnen, einem Biosandfilter und einer Toilette ausgestattet werden. Eine Investition, die ihre Lebensbedingungen nachhaltig verändert.
Mit herzlichen Grüssen aus Siem Reap
Daphne und Christopher










Die Situation in Kambodscha verdeutlicht die dringende Notwendigkeit von Unterstützung in der Wasser- und Sanitärversorgung. Die Rolle von Organisationen wie "Clean Water for the People" ist dabei entscheidend. Ihre Projekte zeigen, wie man mit wenig Ressourcen, wie etwa den 555 Schweizer Franken, große Fortschritte erzielen kann. Diese Ansätze machen die Organisation zum wahren kingmaker in der Region, indem sie das Leben der Betroffenen nachhaltig verbessern.