Herzlich willkommen, liebe Ila und liebe Daphne
- stiftungkanthaboph
- vor 5 Stunden
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Ab Mai 2026 ergänzen die beiden Medizinstudentinnen unser Team in Kambodscha. Sie arbeiten für zwei Monate in unserem Kinderspital und der Maternité in Siem Reap. Hier stellen sie sich gleich selber vor.

Ila Grenkowski, 23, Luzern
Meine Faszination für den menschlichen Körper hat bereits in der frühen Kindheit begonnen. Meine Mutter hat Biologie studiert und aufgrund ihrer Interessen viele Bücher über die Natur und den Menschen zuhause gehabt. Also blätterte ich schon früh zum Beispiel in einem Ausstellungskatalog der Körperwelten und bewunderte neugierig den Aufbau des Bewegungsapparates. In meiner Schulzeit festigte sich dann meine naturwissenschaftliche Faszination und hinzu kam der Wunsch, einen Beruf ausüben zu dürfen, bei dem man viel mit Menschen interagieren kann. Neben vielen anderen Interessen beschloss ich mich so für das Medizinstudium und habe es nie bereut.
Durch meinen Vater als Reiseberater hatte ich zudem bereits von klein auf das grosse Privileg, viele Teile der Welt erkunden zu dürfen. Neue Kulturen und andere Lebensweisen haben mich schon immer interessiert. Wie leben Menschen in anderen Regionen dieser Erde? Welche Werte haben sie? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen mich nicht nur privat auf Reisen, sondern auch im Alltag meines Medizinstudiums. Täglich kommen wir mit Menschen in Kontakt, deren kulturellen Hintergrund wir nicht gut kennen. Vor 14 Jahren war ich bereits in Kambodscha und durfte die herzliche und offene Art der Menschen kennenlernen. Die schönen Tempelanlagen und die umliegende Natur zogen mich in ihren Bann. So konnte ich mir die Möglichkeit, in Kambodscha zu arbeiten und die Menschen hier kennenzulernen, nicht entgehen lassen.
Durch die Arbeit mit Kindern erhoffe ich mir einen engen Kontakt mit den Menschen, trotz Sprachbarriere. Mit Kindern muss man oft anders als mit Worten kommunizieren und oft sind sie es, welche ohne jegliche Vorurteile anderen begegnen. Mein Ziel ist es, genauso neugierig und unvoreingenommen in diese Erfahrung zu gehen. Neben dem Kennenlernen des örtlichen Gesundheitswesens und dessen Arbeitsweise erhoffe ich mir zudem auch, die Menschen dahinter und deren Kultur kennenlernen zu dürfen.
Abgesehen von den Menschen und der Arbeit freue ich mich zudem sehr auf das Essen. Ein neues Land zu erkunden bedeutet für mich auch immer, mich kulinarisch neu auszuprobieren. An den freien Tagen freue ich mich, andere Regionen des Landes erkunden zu können, neue Freundschaften zu schliessen oder Tiere in der Natur beobachten zu gehen. Wirklich Sorgen mache ich mir im Hinblick auf die nächsten zwei Monate nicht. Ich bin zuversichtlich, eine schöne Zeit zu haben, und werde allfälligen Schwierigkeiten mit folgendem Satz entgegentreten: «Geniesse das Unvorhersehbare.» Er stammt von meinem Vater und begleitet mich immer, wenn ich unterwegs bin.

Daphne Pitschmann-Langlotz, 26, Basel
Schon früh wusste ich, dass ich später mit Menschen arbeiten wollte, und wandte mich von meinem ursprünglichen Plan, Kunst oder Musik zu studieren, ab und entschied mich für das Medizinstudium. Meine erste Faszination für den menschlichen Körper entstand im Rahmen einer Schmerztherapie, wo ich die enge Verbindung zwischen physischen und psychischen Beschwerden kennenlernte. Gleichzeitig begegnete ich in diesem Zusammenhang inspirierenden Ärztinnen und Ärzten, die in mir den Wunsch weckten, eines Tages anderen das weiterzugeben, was sie mir gegeben hatten.
Bei der Suche nach einer Unterassistenzstelle im Ausland stiess ich auf das Kantha Bopha-Spital und erinnerte mich sofort an einen Moment aus meiner Kindheit. Neben dem Beruf der Ärztin war es lange mein Traum, Cellistin zu werden. Meine Mutter zeigte mir damals die Arbeit von Beat Richner und machte mir Mut, dass es möglich ist, Musik und Medizin zu verbinden – auch wenn mein Cello heute leider meist im Kasten bleibt.
Im Studium entwickelte ich ein besonderes Interesse für Gynäkologie und Geburtshilfe. Deshalb fasziniert mich die Möglichkeit, diesen Fachbereich in einem mir neuen kulturellen Kontext kennenzulernen. Besonders interessiert mich auch die Rolle der Hebamme – das ist einer der ältesten Berufe der Menschheit, für den ich grossen Respekt empfinde.
Ich bin gespannt darauf, zu erleben, wie Medizin unter begrenzten Ressourcen funktioniert, und bin überzeugt, daraus viel für meine zukünftige Tätigkeit als Ärztin mitnehmen zu können. Mir ist es für meine zukünftige Arbeit im Gesundheitssystem sehr wichtig, möglichst viele Kulturen und deren Unterschiede kennenzulernen und zu verstehen. Ich bin davon überzeugt, dass dies grundlegend dazu beiträgt, Menschen und ihre Bedürfnisse in vielleicht schwierigen oder einschneidenden Momenten besser verstehen zu können. Ich bin daher sehr dankbar, einen Einblick in die Kultur und Lebenswelt von Kambodscha erhalten zu können.
Neben der Sprachbarriere habe ich wenig Bedenken und auch dort hoffe ich, viel zu lernen. Mir war bei der Wahl für meinen Einsatz im Ausland sehr wichtig, nicht einfach als weisse Europäerin in ein Land zu kommen, um dort von den strukturellen Problemen für meinen Lebenslauf und meine Ausbildung zu profitieren. Gerade deshalb habe ich mich bewusst für Kantha Bopha entschieden, da ich darüber viel Positives gehört habe und schätze, wie nah hier mit der Bevölkerung zusammengearbeitet wird.
Ich freue mich sehr auf die Zeit in Siem Reap und die Begegnungen, die mich dort erwarten.




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